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Full text of "Artist 93 Nov 2012"

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Ausstellung 

Kunstpreisträgerin Eliana Renner im 
Künstlerforum 

Von Gudrun von Schoenebeck 

BONN. Elianna Renner ist eine Erzählerin. Die Künstlerin, vor 35 Jahren in Zürich 
geboren und derzeit in Bremen ansässig, erzählt von Begegnungen und Reisen, von 
ihrer Familie, von jüdischen Traditionen und der Verfolgung durch die Nazis. 




Elianna Renner im Künstlerforum. Foto: Schoenebeck 



Als aktuelle Trägerin des Dr. Theobald Simon Preises, den der Künstlerinnenverband Gedok 
vergibt, stellt Elianna Renner ihre Arbeiten zurzeit im Künstlerforum vor. 

Beim Besuch sollte man sich Zeit nehmen, denn die üblichen Seherfahrungen werden bei 
Renner oftmals mit Hörenswertem verbunden. Wie in der Arbeit "Cheerleading", die 2012 in 
den USA entstanden ist. Auf vier Videokanälen feuern die Mädchenteams sich abwechselnd 
an, indem sie Worte gemeinschaftlich und rhythmisch buchstabieren. 

Statt von Sportmannschaften rufen sie jedoch die Namen von 42 Künstlerinnen, 
Schriftstellerinnen und Frauenrechtsaktivistinnen. In einem Katalog darf man die 
Kurzbiografien der so bejubelten, von Käthe Kollwitz über Ida Dehmel (Begründerin der 
Gedok) bis zu Calamity Jane, nachlesen. 



In weiteren Arbeiten stellt Elianna Renner ihre Großmutter, ihren Vater oder den Konflikt 
zwischen Palästina und Israel in den Fokus ihres zugleich subjektiven und allgemeingültigen 
Interesses. Zwischen den Medien Video, Audio, Fotografie und Performance springt die 
Künstlerin souverän und erschafft Erzählungen, denen man in immer weiteren Schichten auf 
den Grund gehen kann. 

Im Obergeschoss des Künstlerforums haben sich 19 Bonner Gedok- Künstlerinnen Gedanken 
zum Thema "Fabelhaft" gemacht. Unterschiedliche Gattungen und Auffassungen des Themas 
kennzeichnen diese Überblicks schau. Ruth Tauchert ließ sich in ihrer Zeichnung von der 
Aesop'schen Fabel der drei Stiere und dem Löwen anregen, während Margrit Gloger die 
tragische Geschichte der Niobe druckgrafisch interpretiert. 

Marita Windemuth-Osterloh hat ein beliebtes Sujet aus der Kunstgeschichte mit ihrem 
großformatigen Holzschnitt "Der Tod und das Mädchen" aufgegriffen. Manche der 
Künstlerinnen überließen sich in freier Assoziation dem Thema. Dazu gehören Birgit Brandt- 
Siefarts "geflügelte Freunde" oder die "Whigs" von Barbara Kroke. Geheimnisvoll wird es bei 
den Arbeiten von Cecilia Szabo oder Cesa Wendt. 

Künstlerforum Bonn, Hochstadenring 22; bis 10. Februar, Di-Fr 15-18, Sa 14-17, So 11-17 
Uhr. 

Generalanzeiger Bonn, Artikel vom 17.01.2013 

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/kultur/Kunstpreistraegerin-Eliana-Renner-im- 
Kuenstlerforum-article9489 1 6 .html